
Wie Leim klebt sie an mir; Wie schweiss am Fleisch, wie Dunst arbeitet sie sich in das T-Shirt meiner Seele. Die Angst normal zu sein, so wie alle anderen. Was mache ich, wenn ich kein Genie bin? Der Gedanke lässt mein Herz wie ein Ricola schmelzen.
Und ausserdem: ich bin sicher nicht der einzige der so denkt. ich persönlich vermute ja, dass sich generell alle für ein Genie halten, also bin ich gar nicht so ein schlimmer Narzisst, wenn ich das von mir behaupte, zudem in meinen eigenen vier Wänden. Das hört ja niemand ausser ich. Und, leider, weiss es auch niemand ausser ich. Es handelt sich also um mein Geheimnis. Geheimnisse sind ja eigentlich etwas gutes, und es ist gesund geheimnisse zu haben, weil man lernt so gewissermassen die Schnauze zu halten, auch wenns mal kitzelt im Mund.
Aber dieses Geheimnis soll nicht geheim sein. Das Problem ist ja, dass man es nicht verraten kann, sondern, dass die anderen das über mich Urteilen müssen, damit man meinen Grössenwahn stillen kann. Eine Aufgabe, die so einfach ist wie siebzehn Bälle jonglieren.
Ebenso wird es schwer für mich die wirklich guten Werke zu geniessen. Vielmehr werden sie zur Erniedrigung, zur Erinnerung an die eigene Unfähigkeit, selbst so etwas in die Welt zu rufen.
Tausend Mal noch, werde ich gegen diese Wand rennen, und wenn sie nicht nachgibt, werde ich der Putz sein der ab dem Backstein bröselt.
Schön sind dafür immer Aussichten und Natur, weil die stehen da als Erinnerung an die Sinnlosigkeit dieser Debatte. Die Vögel, so nimmt man an, interessieren sich nicht für den, der den Himmel Design hat.